Cannabis – In Deutschland erhältliche Sorten. ihre Inhaltsstoffe und Wirkungen

Cannabis – In Deutschland erhältliche Sorten

Mit dem folgenden Blogbeitrag verfolgen wir das Ziel, Ihnen Informationen darüber zukommen zu lassen, welche Cannabissorte die für Ihren jeweiligen medizinischen Zweck, also die zur Linderung Ihre Erkrankung oder Symptomatik, passende ist. Sicher ist, dass es keine Cannabissorte gibt, die für eine spezifische Symptomatik oder Krankheit optimal ist, denn im Allgemeinen besteht hinsichtlich der Ansprechbarkeit eine starke Variabilität. Diese gestaltet sich zum Beispiel derart, dass bei manchen Patienten, deren chronische Schmerzen mit Cannabis behandelt werden sollen, ausschließlich Sorten wirken, die einen sehr hohen THC-Anteil aufweisen. Vice versa gibt es allerdings auch Patienten, denen bei chronischen Schmerzen Cannabissorten helfen, die einen sehr hohen CBD-Anteil besitzen. Experten führen dies auf die entzündungshemmende Wirkung von CBD zurück.

Gleiches gilt für ADHS-Patienten, also Personen mit einer Hyperaktivitätsstörung bzw. einem Aufmerksamkeitsdefizit: Während bei einigen von Ihnen vor allem THC-reiche Cannabissorten anschlagen, sprechend andere Patienten hervorragend auf die Wirkungen von CBD an. Studien haben zudem belegt, dass Sorten, die einen hohen Indica-Anteil besitzen eine eher sedierende Wirkung und Sorten, die über einen hohen Sativa-Anteil verfügen, eine eher belebende Wirkung haben. Welche Sorte also im individuellen Fall die richtige ist, hängt von vielen differenten Faktoren ab. Entsprechend gilt in Bezug auf die medizinische Anwendung von Cannabis, dass es notwendig sein kann, mehrere Sorten zu probieren, bis man diejenige gefunden hat, die individuell passend ist. Studien zeigen darüber hinaus, dass es auch Patienten gibt, die mit eine Kombination aus unterschiedlichen Sorten hervorragend zurechtkommen. So nehmen Sie am Tag eine Sorte und in der Nacht eine andere ein.

CBD- und THC-Gehalte differenter Cannabissorten

Cannabissorten zur medizinischen Anwendung werden von differenten Importeuren nach Deutschland gebracht. Bei diesen handelt es sich um die folgenden:

GECA Pharma
GECA Pharma GmbH
Eupener Str.124
50933 Köln

www.geca-pharma.de

ACA Müller ADAG Pharma
ACA Müller ADAG Pharma GmbH
Heilsbergstr. 27
78247 Hilzingen

www.aca-mueller-gmbh.de

Cannamedical
Cannamedical Pharma GmbH
Im Mediapark 8
50670 Köln

www.cannamedical.de

Pohl Boskamp
Pohl- Boskamp GmbH & Co-KG
Kieler Str. 11
25551 Hohenlockstedt

www.pohl-boskamp.de

Pedanios
Aurora/Pedanios GmbH
Eberhard-Roters-Platz 11
10965 Berlin

www.pedanios.de

Spektrum Cannabis
Spektrum Cannabis
Lanzstraße 20
68789 St. Leon-Rot

www.spektrum-cannabis.de

Fargon
Fagron GmbH & Co. KG
Von-Bronsart-Straße 12
22885 Barsbüttel

www.fagron.de

In der Regel werden die verschiedenen Cannabissorten als Blüten und in Dosen von fünf oder zehn Gramm abgegeben. Die Spezifizierung „granuliert“ bedeutet dabei nichts anderes als „bereits zerkleinert“. Die im Folgenden aufgelisteten Cannabissorten, die eine Zulassung für Deutschland erhalten haben, sind bis dato (Stand: 01.09.2018) noch nicht alle über deutsche Apotheken verfügbar.

Im Zuge der Entkriminalisierung bzw. der Legalisierung von Cannabis für die medizinische Verwendung wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Jahr 2017 eine Cannabisagentur ins Leben gerufen. Diese Agentur hat die Aufgabe der Überwachung des staatlich kontrollierten Cannabisanbaus für den medizinischen Einsatz. Experten gehen grundsätzlich nicht davon aus, dass deutsche Cannabisblüten vor dem Jahr 2020 auf den deutschen Markt gelangen. Aus diesem Grund müssen deutsche Patienten, die mit Cannabis behandelt werden dürfen und sollen, auf ausländische und damit importierte Cannabisblüten zurückgreifen.

Zahlreiche der oben genannten Importeure von Cannabisblüten, nämlich Cannamedical Pharma, Pedanios, GECA Pharma, ACA Müller ADAG Pharma und auf Cannabis von Bedrocan, einem Hersteller aus den Niederlanden, zurück.

Die folgenden Übersichten enthalten Angaben zu Werten, die von den Herstellern oder Importeuren stammen, deren Erhebung allerdings durch eine Apotheke erfolgte.

Bedrocan Cannabisblüten (CBD- und THC-Gehalte der Sorten des niederländischen Herstellers)

SorteCBD-GehaltTHC-Gehalt
Bedrocanweniger als 1 Prozentetwa 22 Prozent
Bedrobinolweniger als 1 Prozentetwa 13,5 Prozent
Bedica (granuliert)weniger als 1 Prozentetwa14 Prozent
Bediol (granuliert)etwa 8 Prozentetwa 6,3 Prozent
Bedrolite (granuliert)etwa 9 Prozentweniger als 1 Prozent

Sorte Bedrocan

Die Bedrocan Cannabissorte Bedrocan besitzt einen Anteil an CBD von weniger als einem Prozent, weist allerdings einen Gehalt an THC von 22 Prozent auf. Die Blüten stammen von Pflanzen der Art Cannabis sativa, wobei die Genetik auf die sogenannte Sorte „Jack Herer“, von Sensi-Seeds zurückgeht. Laut der Analyse von www.leafly.com enthält die Sorte die folgenden Inhaltsstoffe:

  • THC: 18 bis 23 Prozent
  • CBD: 0,03 bis 0,2 Prozent
  • CBN: 0,00 bis 0,03 Prozent
  • CBG: 0,6 bis 2,2 Prozent
  • THCV: 0 bis 0,3 Prozent
  • CBC: 0,01 bis 0,12 Prozent
  • CBL: 0 Prozent
  • Linalool: 0 bis 0,05 Prozent
  • Beta-Mycren: 0,1 bis 0,3 Prozent
  • Alpha-Pinen: 0 bis 1,0 Prozent
  • D-Limonen: 0 bis 0,9 Prozent
  • Beta-Caryophyllen: 0,01 bis 0,4 Prozent

Verschiedene Cannabis Sorte

Zusatzinfo: Jack Herer: Die Cannabissorte „Jack Herer“ ist nach dem gleichnamigen US-amerikanischen und im Jahr 1939 in New York City geborenen Schriftsteller und Hanfaktivisten benannt.

Zu seinen populärsten Büchern gehärt das Werk „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“´. Bis heute ist das Buch – und zwar sowohl für Befürworter der Cannabislegalisierung als auch für Hanfbauern zu einem Standardwerk avanciert. Dass die Cannabissorte „Strain Jack Herer“ nach dem Literaten benannt wurde, empfand er  als besondere Ehre. Here konsumierte neben Cannabis auch Pilze und führt seine eigene Genesung nach einem schweren Schlaganfall im Jahr 2004 auf den Konsum von Cannabis und Fliegenpilzen zurück.

Herer, der sich für die Cannabislegalisierung in den USA einsetzte, zeigte auch in zahlreichen weiteren gemeinnützigen Projekten Engagement und verstarb im Jahr 2010 in Eugene im Bundesstaat Oregon.

Sorte: Bedrobinol

Ebenfalls unter Rekurs auf Leafly.com kann für die Sorte Bedrobinol davon ausgegangen werden, dass der CBD-Anteil ebenfalls unter einem Prozent und der THC-Gehalt bei 14,5 Prozent liegt. Die Sorte wird von der Cannabis sativa -Unterart gewonnen. Bedrobinol geht genetisch auf die Sorte Jack Herer x Afghan zurück. Durch den Indica-Afghanen ist der Indica-Anteil von Bedrobinol etwas höher als bei der Sorte Bedrocan.

Sorte: Bedica

Anders als die zuvor genannten Sorten stammt die die Cannabispflanze, aus der die Sorte Bedica gewonnen wird, von sogenannten Indica-Pflanzen-. Während der THC-Gehalt 14 Prozent beträgt, liegt der CBD-Gehalt unter einem Prozent. Aufgrund der Indiva-Zugehörigkeit enthält die Sorte Bedica allerdings eine andere Zusammensetzung an Terpenen. In Bedica sind höhere Konzentrationen Myrcen enthalten, in zahlreichen anderen Cannabissorten ist diese Substanz dagegen fast überhaupt nicht zu finden. Um eine gute Dosierbarkeit sicherzustellen, erfolgt der Verkauf von Bedica in Form von Granulat. Hinsichtlich der Genetik kann festgehalten werden, dass die Cannabissorte Bedica von der Hanfsorte White Widow abstammt.

Zusatzinfo: White Widow: Bei White Widow handelt es sich um eine in den 1990er Jahren gezüchtete Hanfsorte. Bei White Widow handelt es sich um eine sehr populäre Cannabissorte, die internationale Popularität erlangte. Die Hanfsorte ist ein Hybrid, d. h. eine hybride Züchtung, denn es handelt sich um eine Kreuzung aus Cannabis sativa und Cannabis indica. Der Gehalt an THC beträgt bei den Cannabisblüten der weiblichen Pflanze circa 12 Proztent.

Sorte: Bediol

Auch die Cannabissorte Bediol wird in Form von Granulat vertrieben, wobei sie einen Gehalt an CBD von 8 Prozent und einen Gehalt an THC von 6,5 Prozent aufweist.

Sorte: Bedrolite

Anders als zahlreiche andere Cannabissorten sind in der Sorte Bedrolite weniger als ein Prozent an THC enthalten. Dafür finden sich in Bedrolite 9 Prozent CBD. Auch der Verkauf von Bedrolite erfolt in Granulatform, ebenfalls um die Dosierbarkeit zu verbessern.

Sorte: Amnesia

Das Unternehmen Bedrocan möchte künftig auch die Cannabissorte Amnesia Haze vertreiben-

MedReleaf Cannabisblüten (CBD- und THC-Gehalte der Sorten des kanadischen Herstellers, importiert von Cannamedical)

SorteCBD-GehaltTHC-Gehalt
Nollia (Indica)etwa 7 Prozentetwa 5 Prozent
Luminarium (Sativa)weniger als 1 Prozentetwa 24 Prozent
Sedamen (Indica)weniger als 1 Prozentetwa 23 Prozent
Stellio (Indica)weniger als 1 Prozentetwa 21 Prozent
Rex (Sativa)weniger als 1 Prozentetwa 17 Prozent

Die vom Unternehmen MedReleaf aus Kanada hergestellten Cannabisblüten werden nach Deutschland ausschließlich von Cannamedical importiert und alleinig von Cannamedical veräußert.

Neben den in der obigen Übersicht aufgeführten Cannabissorten, plant Cannamedical noch weitere Sorten auf den deutschen Markt zu bringen. Bei diesen handelt es sich unter anderem um:

  • Nollia (Buddahs Sister)
  • Luminarium (Delahaze)
  • Sedamen (Pink Kush)
  • Rex (Tangie

Bezüglich des kanadischen Unternehmens MedReleaf kann darauf hingewiesen werden, dass es sich bis dato um den einzelnen Hersteller handelt, der auch die Terpene-Profile der von ihm produzierten Cannabissorten bekanntgibt.

Sorte: Stellio

Die Cannabissorte Stelio weist einen CBD-Gehalt von weniger als einem Prozent auf, verfügt allerdings über einen Gehalt an THC von 21 Prozent. Genetisch stammt Stellio von einer Cannabis indica Unterart ab. Auch das Terpene-Profil ist einsehbar und gestaltet sich wie folgt:

  • Beta-Mycren: 31 Prozent
  • Beta-Pinen: 16 Prozent
  • Limonen: 20 Prozent
  • Beta-Caryophyllen: 13 Prozent
  • Andere: 20 Prozent

Tweed Cannabisblüten (CBD- und THC-Gehalte der Sorten des kanadischen Herstellers, importiert von Spektrum Cannabis)

SorteCBD-GehaltTHC-Gehalt
Bakerstreet (Indica)weniger als 0,5 Prozentetwa 23,4 Prozent
Penelope (Hybrid)etwa 7,5 Prozentetwa 10,4 Prozent
Argyle (Indica)etwa 7 Prozentetwa 5,4 Prozent

Spektrum Cannabisblüten (CBD- und THC-Gehalte der Sorten)

SorteCBD-GehaltTHC-Gehalt
Orange No. 1 (Indica)weniger als 0,5 Prozentetwa 13,5 Prozent
Red No. 2 (Sativa)weniger als 0,5 Prozentetwa 20,3 Prozent
Green No. 3 (Hybrid)etwa 11,7 Prozentetwa 8,1 Prozent
Red No. 4 (Indica)weniger als 0,5 Prozentzwischen 19,3 und 24,3 Prozent

Aurora Cannabisblüten (CBD- und THC-Gehalte der Sorten des kanadischen Herstellers, importiert von Pedanios)

SorteCBD-GehaltTHC-Gehalt
Pedanios 22/1 (Sativa)weniger als 1 Prozentetwa 22 Prozent
Pedanios 20/1 (Indica)weniger als 1 Prozentetwa 20 Prozent
Pedanios 18/1 (Indica)weniger als 1 Prozentetwa 18 Prozent
Pedanios 16/1 (Indica)weniger als 1 Prozentetwa 16 Prozent
Pedanios 14/1 (Sativa)weniger als 1 Prozentetwa 14 Prozent
Pedanios 8/8etwa 8 Prozentetwa 8 Prozent

Bei Pedonius handelt es sich um ein ursprünglich Berliner Unternehmen, das jedoch im Jahr 2017 von Aurora, einem Unternehmen aus Kanada übernommen wurde. Insgesamt werden fünf differente Cannabissorten aus Kanada nach Deutschland importiert. wobei deren Bezeichnungen bereits auf den jeweiligen Gehalt an CBD und THC schließen lassen. So findet sich in der Sorte Pedanios 8/8 beispielsweise eine 8-prozentige Konzentration an THC ebenso wie eine 8-prozentige Konzentration an CBD. Während die erste, im Namen der Sorte angeführte Zahl den THC-Gehalt angibt, dient die zweite angeführte Zahl zur Angabe des CBD-Gehaltes.

Aurora Cannabisblüten (CBD- und THC-Gehalte der Sorten des kanadischen Herstellers, importiert von Pedanios)

SorteCBD-GehaltTHC-Gehalt
Klenk 18/1weniger als 1 Prozentetwa 18 Prozent
Klenk 20/1 (noch nicht verfügbar)weniger als 1 Prozentetwa 20 Prozent
Klenk 22/1 (noch nicht verfügbar)weniger als 1 Prozentetwa 22 Prozent

Die Cannabisblüten, die von Heinrich Klenk veräußert werden, werden von Aurora produziert und von Pedanios importiert. Hinsichtlich der Bezeichnungen gilt das gleiche Modell, das oben für Aurora und Pedanios dargelegt wurde.

Peace Natural Cannabisblüten (CBD- und THC-Gehalte der Sorten des kanadischen Herstellers, importiert von Pohl-Boskamp)

SorteCBD-GehaltTHC-Gehalt
Peace Naturals 22/1weniger als 1 Prozentetwa 22 Prozent
Peace Naturals 20/1weniger als 1 Prozentetwa 20 Prozent
Peace Naturals 18/1weniger als 1 Prozentetwa 18 Prozent
Peace Naturals 16/1weniger als 1 Prozentetwa 16 Prozent

Die differente Zusammensetzung von Cannabisblüten für medizinische Zwecke

Auch bei Cannabisblüten, die für medizinische Zwecke bestimmt sind, handelt es sich um Naturprodukte. Ipso facto ist es nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich, dass die Inhaltsstoffkonzentration von Blüte zu Blüte differiert. Infolge der unterschiedlichen Genetik der Mutterpflanzen ist auch die Inhaltstoffkonzentration different. Durch das deutsche Gesetz ist jedoch sichergestellt, dass die Schwankungen der Konzentration der Inhaltsstoffe bei Herstellern und Importeuren in engen Grenzen verlaufen. Sollten Chargen produziert worden sein, die darüber hinaus reichende Abweichungen aufweisen, ist das Einholen von Sondergenehmigungen möglich und nötig.

Bis dato ist es nicht gesetzlich verpflichtend, dass durch die Importeure die einzelnen Varietäten der Cannabisblütensorten gekennzeichnet werden. Hieraus ergibt sich, dass unter die gleichen Sortenbezeichnungen differente Varietäten medizinischer Cannabisblüten subsumiert werden. Diese weise natürlich auch eine differente Genetik auf. Lediglich der Hersteller MedReleaf sieht sich dazu verpflichtet, die gesamte Palette der Inhaltsstoffe bekanntzugeben. In Deutschland werden die medizinischen Cannabisblüten von MedReleaf allerdings ausschließlich von Cannamedical vertrieben. Dass ein Varietätenwechsel besteht, zeigen zudem nur einige Importeure an.

Zusatzinfo: Die exakte Dosierung von Cannabisblüten: Möchten Sie die exakte Dosierung Ihrer Cannabisarznei sicherstellen, können Sie vor der Einnahme einen Apotheker konsultieren und erfragen, ob es hinsichtlich der Zusammensetzung der Inhaltsstoffen einer oder mehrerer Sorten zu Modifikationen kam. Die Apotheker erhalten dagegen Auskunft von ihrem Importeur, wobei wir deren Firmensitz sowie Firmenpräsenz im Internet oben für Sie gelistet haben.

Cannabinoide und weitere Inhaltsstoffe: Die Wirkung

Welche Wirkung Cannabisblüten besitzen ist – ebenso wie ihre Verträglichkeit – maßgeblich von den in ihnen enthaltenen Cannabinoiden abhängig. Von Relevanz sind darüber hinaus die im Cannabis enthaltenen Terpene und ätherischen Öle. Obschon den Wirkungen von CBD und THC bei den Cannabinoiden Dominanz zugesprochen werden kann, ist der Gesamteffekt auch durch weitere Cannabinoide bestimmt.

Zusatzinfo: Terpene: Bei Terpenen handelt es sich um eine enorm große und sehr heterogene Gruppe von chemischen Verbindungen. Terpene sind in Form sekundärer Inhaltsstoffen in verschiedenen Organismen zu finden und kommen natürlich vor. Insgesamt sind derzeit mehr als 8.000 Terpene bekannt. Eine ihnen sehr nah verwandte Gruppe, die Terpenoide, weist sogar mehr als 30.000 verschiedene Mitglieder auf.

De facto handelt es sich bei Terpenen um Naturstoffe, die vorrangig pflanzlicher Herkunft sind, teilweise gibt es allerdings auch tierische Terpene. In den Pflanzen sind Terpene beispielsweise für die Produktion ätherischer Öle zuständig.

Obschon Terpene in der Pharmakologie bereits länger bekannt sind, wurde ihre biologische Funktionalität bis heute nicht einschlägig erforscht, sie gilt als lückenhaft. Sicher ist jedoch, dass Terpene beispielsweise als natürliche Insektizide zum Einsatz kommen können. Zudem finden sie sich sowohl als Geschmacks- als auch Geruchsstoffe in kosmetischen Produkten sowie Parfums.

Cannabis: Die chemische Zusammensetzung

Innerhalb der letzten 50 Jahre konnten in den differenten Sorten von Cannabis circa 600 differente chemische Verbindungen nachgewiesen werden. Unter diesen finden sich sowohl Cannabinoide als auch weitere Substanzen wie die bereits genannten Terpene, allerdings auch Proteine, Aminosäuren, Alkohole, Zucker, Flavonoide und Fettsäuren. Bereits anhand dieser Aufzählung wird deutlich, dass zahlreiche der in Cannabis enthaltenen Inhaltsstoffe auch in anderen Organismen zu finden sind – Cannabinoide allerdings nicht.

Allerdings existieren Komponenten anderer Pflanzen, durch welche eine Aktivierung der Cannabinoidrezeptoren erfolgen kann. Bei (−)-β-Caryophyllen handelt es sich zum Beispiel um eine oft vorkommenden CB2-Rezeptor-Agonisten. Aktuell sind etwa 120 differente Cannabinoide bekannt, wobei diese Zahl vorrangig auf die Arbeit einer Gruppe von Forschern der Universität von Mississippi zurückzuführen ist.

Wird von THC gesprochen, wird in der Regel auf die in Cannabis natürlich enthaltenen (–)-trans- Isomer des Δ9-THC referiert. Eine weitere Bezeichnung ist Dronabinol. Bekannt ist, dass die berauschende Wirkung von Cannabisblüten vorrangig auf das in ihnen enthaltene THC zurückzuführen ist.

Anders gestaltet sich dies bei CBD, also Cannabidiol, denn dieses besitzt im Allgemeinen keine psychoaktive Wirkung. Während CBD das in Faserhanf am häufigsten vorkommende Cannabinoid ist, handelt es sich im Drogenhanf um das zweithäufigste. Studien haben belegt, dass CBD differente positive Wirkungen aufweist und sowohl entzündungshemmende als auch angstlösende, antiepileptische und antipsychotische Eigenschaften besitzt.

THC (Dronabinol): Die Wirkung

Die Wirkungen von Dronabinol sind sowohl vom Anwender, also der Person als auch der eingenommenen Dosis und der individuellen Verfassung des Anwenders abhängig. Sicher ist, dass Dronabinol nicht bei allen Menschen und in allen Situationen die gleiche Wirkung besitzt. Während THC in bestimmten Fällen Angst lindern kann, ist es möglich, dass es in anderen Fällen Angst auslöst. Während einigen Anwendern durch die Einnahme von THC übel wird, hilft es bei anderen Anwendern gegen Übelkeit und Erbrechen. Im Folgenden skizzieren wir überblicksartig mögliche Wirkungen von Dronabinol auf differente Anwendungsbereiche:

  • Wirkungen auf Psyche und Wahrnehmung: Cannabis kann eine leicht euphorisierenden ebenso wie sedierende Wirkung aufweisen, wobei das Wohlbefinden gesteigert werden kann. Zudem kann es zu einer intensiveren sinnlichen Wahrnehmung kommen, Angst kann zunehmen oder gehemmt werden und das Zeitgefühl des Anwenders kann modifiziert werden. Im Allgemeinen beschreiben Probanden im Zuge von Studien, dass es ihnen scheint, die Zeit vergehe langsamer. Bei sehr hohen Dosen kann es zu Halluzinationen kommen.
  • Wirkungen auf das Denkvermögen respektive das Denken: Es ist möglich, dass durch den Cannabiskonsum eine gesteigerte Kreativität auftritt. Allerdings können auch die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis gestört werden. Das assoziative Denken wird angeregt und bei Anwendern, die unter ADHS leiden, kann durch Dronabinol die Konzentrationsfähigkeit optimiert werden.
  • Wirkungen auf Bewegung und Sprache: Durch die Einnahme von Cannabis kann es sowohl zu einer Verbesserung als auch einer Verschlechterung der Bewegungskoordination kommen, zudem ist eine verwaschene Sprache möglich.
  • Wirkungen auf das Nervensystem: Anwender können einerseits Übelkeit verspüren, andererseits ist es möglich, dass Übelkeit und Erbrechen vermindert werden. Zudem ist eine schmerzlindernde und muskelentspannende Wirkung möglich. Auch eine Steigerung des Appetits wird häufig beobachtet.
  • Wirkungen auf die Körpertemperatur: THC hat in der Regel eine körpertemperatursenkende und damit eine fiebersenkende Wirkung.
  • Wirkungen auf das Herzkreislaufsystem: Die Einnahme von THC kann vielfältige Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. So sind eine Steigerung der Herzfrequenz sowie eine Erweiterung der Blutgefäße möglich. Zudem kann es im Liegen zu einem zunehmenden Blutdruck kommen, vice versa sind auch ein Blutdruckabfall mit einhergehendem Schwindelgefühl möglich, wenn der Patient plötzlich aufsteht. Und schließlich wird durch die Einnahme von Cannabidiol das Zusammenkleben der Blutplättchen gehemmt.
  • Wirkungen auf die Augen: THC kann zu einer Rötung der Bindehaut des Auges ebenso führen wie zu einer Senkung des Augeninnendrucks und einer Abnahme des Tränenflusses.
  • Wirkungen auf die Atemwege: Durch Dronabinol kann es sowohl zu Mundtrockenheit als auch einer Verminderung der Produktion von Speichel und einer Erweiterung der Bronchien kommen.
  • Wirkungen auf den Magendarmtrakt: Es ist möglich, dass es bei Patienten die THC einnehmen, zu einer gehemmten Produktion der Magensäure kommt, der Magen verzögert entleert wird und auch die Darmbewegung vermindert wird.
  • Wirkungen auf das Hormonsystem: Werden (sehr) hohe Dosen Dronabinol eingenommen, ist es möglich, dass differente Hormone beeinflusst werden.
  • Wirkungen auf das Immunsystem: Im Allgemeinen weist THC eine antiallergische sowie entzündungshemmende Wirkung auf, wobei es auch eine Immunantwort gehemmt werden kann.
  • Wirkungen auf die Entwicklung von Embryo und Fetus: Durch die Einnahme von Dronabinol kann es zu Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit des Embryos bzw. Fötus kommen.
  • Wirkungen auf das genetisches Material und Krebs: THC verfügt über eine krebshemmende Wirkung, durch die der programmierte Tod von Krebszellen – auch als Apoptose bezeichnet – gefördert werden kann. Zudem hat das Cannabinoid eine hemmende Wirkung auf die Neubildung von Blutgefäßen in malignen Tumoren.

Aus den oben aufgelisteten Wirkungen von Dronabinol ergeben sich differente Anwendungsbereiche für THC-reiches Cannabis. Bei diesen handelt es sich um die Folgenden:

  • Übelkeit und Erbrechen: Migräneerkrankungen, Schwangerschaftserbrechen, Hepatitis C, AIDS/HIV, Chemotherapie/Krebs
  • Abmagerung und Appetitlosigkeit Hepatitis, fortgeschrittener Krebs, AIDS/HIC
  • Muskelverhärtung und Muskelkrämpfe Verspannungen der Muskulatur des Rückens, Spannungskopfschmerzen, Bandscheibenproblemen, Spastiken nach einem Schlaganfall, Querschnittslähmungen, Multipler Sklerose
  • hyperkinetische Bewegungsstörungen: tardive Dyskinesien, die beispielsweise durch die Einnahme von Neuroleptika bei Schizophrenie evoziert werden, Dyskinesien bei Parkinson, die durch eine Therapie mit Levodopa hervorgerufen wurden, Tourette-Syndrom, essenzieller Tremor, Dystonie
  • Schmerzen: Fibromyalgie, Restless-Legs-Syndrom, Colitis ulcerosa, Arthritis, Arthrose, Muskelkrämpfe, Parästhesien bei Diabetes oder AIDS, Menstruationsbeschwerden, Neuralgien, Phantomschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen und Migräne, Hyperalgesie
  • Allergien: Heuschnupfen, Hausstauballergie und Asthma
  • Juckreiz: Neurodermitis sowie durch Lebererkrankungen bedingter starker Juckreiz
  • Entzündungen: Neurodermitis, Morbus Crohn, Morbus Bechterew, Colitis ulcerosa, Schuppenflechte, Arthritis und Asthma
  • Psychische Erkrankungen: Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und ADHS, also eine Kombination aus beiden, Angststörungen, Depressionen, bipolare Störungen, Alkoholismus, Schlaflosigkeit, Autismus, Impotenz, Alzheimer, Anhängigkeit von Schlafmitteln oder Opiaten
  • Weitere Erkrankungen, bei denen die Einnahme von Dronabinol hilfreich sein kann, sind die folgenden: Magenschleimhautentzündung, Gründer Star, Tinnitus, Erkrankungen der Atemwege explizit Luftnot, Asthma, Epilepsie, Schluckauf, Schweißüberproduktion, Krebshemmung, Neurodermitis, Reizdarm, Schuppenflechte, Akne inversa sowie zur Förderung der Wehentätigkeit

CBD (Cannabidiol): Die Wirkung

CBD Wirkungsspektrum auf Englisch

Wie bereits angemerkt, handelt es sich bei Cannabidiol um das Cannabinoid, welches in Faserhanf am häufigsten und in Drogenhanf nach THC am zweithäufigsten vorkommt. Wie die obigen Auflistungen zeigen, sind auch in Deutschland Cannabisblüten erhältlich, die über hohe CBD-Konzentrationen verfügen. Anders als THC werden durch CBD nicht die für Cannabis charakteristischen psychischen Wirkungen hervorgerufen.

Natürlich gibt es auch für Cannabidiol spezifische medizinische Anwendungsbereiche. So wird CBD zum Beispiel bei den folgenden Erkrankungen eingesetzt:

Depressionen und Angststörungen, Schizophrene Psychosen, bei einer bestehenden Abhängigkeit von Nikotin sowie THC und Opiaten, bei Bewegungsstörungen und zwar sowohl bei Dystonie als auch bei Dyskinesie, bei Epilepsie, bei Appetitshemmungen sowie Übelkeit und Erbrechen und letztlich bei entzündungsbedingten Schmerzen und Entzündungen.

Darüber hinaus existiere Hinweise darauf, dass CBD sowohl bei autistischen Kindern als auch Erwachsenen angewendet werden kann/sollte. Diesbezüglich finden sich bis dato jedoch nur Einzelfallaussagen, verlässliche Studienergebnisse existieren aktuell also noch nicht. Auch wird von einzelnen Patienten von einer krebshemmenden Wirkung von Cannabidiol berichtet.

In unserem großen CBD-Produkttest haben wir differente Produkte für Sie ausgiebig untersucht und miteinander verglichen. Damit Sie sich für das individuell passende CBD Produkt entscheiden können, sollten Sie sich hier ausführlicher informieren.

Cannabis sativa versus Cannabis indica: Der Unterschied

Die Klassifizierung von Cannabissorten kann auf facettenreiche Art und Weise erfolgen. Eine gängige und weit verbreitete Möglichkeit besteht in der Berücksichtigung der Morphologie der Cannabispflanzen und damit in der Unterscheidung zwischen Cannabissorten des Sativa-Typs und Cannabissorten des Indica-Typs.

Während Cannabispflanzen mit Indica-Abstammung breitere Blätter und eine geringere Wachstumshöhe aufweisen als Cannabispflanzen des Sativa-Typs, reifen Sativa-Cannabispflanzen bei gleichen oder ähnlichen Konditionen langsamer heran als Indica-Typen.

Beide Typen differieren zudem hinsichtlich Ihres Geruchs. Dies wiederum wird von Experten auf die differente Terpen-Zusammensetzungen von Indica- und Sativa-Typen zurückgeführt, den hieraus ergeben sich auch unterschiedliche Profile an ätherischen Ölen.

Unterschiede Cannabis Sativa Cannabis Indica Illustration

Das Indica-High

In der Regel werden die Wirkungen von Cannabis Indica Blüten als ein körperlich empfundenes High-Sein beschrieben. Durch die Einnahme von Indica-Sorten, kommt es zu einer Reduzierung von Stress, Entspannung setzt ein. Ganz allgemein durchziehen den Körper Gefühle von Gelassenheit und Ruhe, weshalb Indica-Sorten in der Regel abends eingenommen werden – auch um bestehender Schlaflosigkeit entgegenzuwirken.

Weiterführende Links zu Studien zu Cannabis Indica:

https://www.kidney-international.org/article/S0007-0785(66)80062-5/pdf

Das Sativa-High

Vice versa wird das sogenannte Sativa-High als energetisierend und stimulierend charakterisiert. Dabei wird das Sativa-High als ein im Kopf empfundenes High-Sein beschrieben. Durch den Konsum von Sativa-Sorten kann es zu halluzinogenen Wirkungen ebenso kommen wie zu Gefühlen von Wohlbefinden und Optimismus.

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass sich Sativa-Sorten für die Einnahme am Tag besser eignen.

Weiterführende Links zu Studien über Cannabis-Sativa:

Grundsätzlich gilt zudem, dass weder der Gehalt an CBD noch der Gehalt an THC, der in einer Cannabissorte zu finden ist, Indiz für eine exakte Charakterisierung  von Sorten des Sativa-Typs oder des Indica-Typs darstellen. Währen durch den THC-Gehalt alleinig Aussagen darüber gemacht werden bzw. darauf geschlossen werden kann, welche psychischen Wirkungen durch die Cannabispflanze und welche medizinischen Wirkungen durch sie hervorgerufen werden, wird durch CBD die Hauptwirkung maßgeblich beeinflusst. Hierzu tragen zudem Cannabichromen (CBC) und Cannabigerol (CBG) bei.

Exakt auf diesen beiden, bis dato noch nicht ausreichend erforschten Cannabinoiden, also CBC und CBG, könnten die Unterschiede zwischen Indica- und Sativa-Sorten beruhen. Auch die Terpene-Profile der einzelnen Sorten sind diesbezüglich von Relevanz. Weiterführende Analysen und aussagekräftige Studien stehen diesbezüglich noch aus.

Links zu weiterführenden Studien zu Cannabis sativa versus Cannabis indica:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
[Gesamt: 3 Im Durchschnitt: 5]
Hier klicken um einen Kommentar zu hinterlassen

Kommentar hinterlassen: